"Oma, Fangen spielen!" ruft Paul und rennt schon los.
Ich renne hinterher. Mein Herz hämmert. Meine Knie protestieren.
Nach drei Minuten muss ich aufhören. Hände auf die Oberschenkel gestützt. Schnaufend.
"Oma, schon fertig?" Er schaut mich an. Nicht böse. Nur... enttäuscht.
Früher hätte ich ihn 20 Minuten lang gejagt. Jetzt schaffe ich nicht mal eine Runde um die Schaukel.
Drinnen will Mia eine Höhle bauen. Decken, Kissen, Stühle. Aber in die enge Lücke zwischen Sofa und Tisch quetschen?
Ich schaue auf die enge Höhle. Auf den Spalt zwischen Sofa und Tisch. Früher wäre ich einfach reingekrochen. Heute weiß ich: Wenn ich da reinkrieche, komme ich nicht mehr hoch.
"Oma macht nie mit", sagt Paul leise. Aber ich höre es trotzdem.
Sie bauen dann zu zweit weiter. Aber ohne mich macht es keinen Spaß. Nach fünf Minuten sitzen beide da und wissen nicht weiter.
Ich bin keine 37 mehr. Als meine Kinder klein waren, bin ich stundenlang mit ihnen gerannt. Unermüdlich.
Aber jetzt? Jetzt bin ich die Oma, die nach 5 Minuten "zu müde" ist.
Neulich hörte ich, wie Paul zu Mia flüsterte: "Bei Oma können wir nur ruhige Sachen machen."
"Oma, mir ist langweilig", sagt Mia und schaut mich mit großen Augen an.
Ich stand da, ratlos. Was sollte ich mit ihnen machen? Mir fiel nichts mehr ein.
Also griff ich zum Tablet.
"Nur eine halbe Stunde", sagte ich – mehr zu mir selbst als zu ihnen. Die beiden nahmen es, ohne zu zögern.