"Oma, bei dir ist es immer so langweilig!" – Das tat weh.
Jeden Freitag kommen Paul (7) und Mia (4) zu mir. Meine Tochter muss arbeiten, und ich passe auf die beiden auf.
Früher habe ich mich darauf gefreut. Aber in letzter Zeit...
"Oma, können wir Fangen spielen?" rief Paul, kaum dass er zur Tür reingekommen war.
Wir gingen raus in den Garten. Ich rannte mit. Aber nach zehn Minuten spürte ich meine Knie. Mein Rücken. Ich musste eine Pause machen.
"Oma, schon vorbei?" sagte er enttäuscht.
Drinnen wollte Mia eine Höhle bauen. Wir hatten das schon ein paar Mal gemacht – Decken, Kissen, Stühle. Aber in der engen Höhle hocken, mich bücken, mit ihnen drin sitzen? Das schaffe ich nicht mehr.
Nach zwanzig Minuten saßen beide gelangweilt da.
"Oma, bei dir ist es immer so langweilig!"
Aua. Das tat echt weh.
Ich stand da, ratlos. Was sollte ich mit ihnen machen? Mir fiel nichts mehr ein.
Also griff ich zum Tablet.
"Nur eine halbe Stunde", sagte ich – mehr zu mir selbst als zu ihnen.
Die beiden nahmen es, ohne zu zögern.
Aber in mir nagte dieses Schuldgefühl. Ich konnte einfach nicht mehr mithalten. Und das Tablet? Das war mittlerweile meine einzige Lösung.